Elektrochirurgiegeräte im OP: Was sollten Kliniken bei der Auswahl beachten?

Artikel teilen:
Elektrochirurgiegeräte gehören heute für viele operative Eingriffe zur festen technischen Ausstattung eines OPs. Sie unterstützen Chirurginnen und Chirurgen unter anderem beim Schneiden und bei der Blutstillung und müssen dabei zuverlässig mit den verwendeten Instrumenten und den Abläufen im Operationssaal zusammenspielen. Welche Anforderungen an ein solches System gestellt werden, hängt allerdings stark vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Ein Gerät, das in einem breit aufgestellten Zentral-OP eingesetzt wird, muss möglicherweise andere Anforderungen erfüllen als ein System für einen spezialisierten chirurgischen Bereich.

Inhalte

Für Kliniken wird die Auswahl deshalb schnell zu einer Frage der praktischen Nutzung: Welche Verfahren werden durchgeführt? Welche Betriebsarten werden benötigt? Wie lässt sich das Gerät bedienen und in die vorhandene OP-Infrastruktur integrieren? Und welche Rolle spielen Instrumente, Zubehör, Sicherheit und langfristige Verfügbarkeit?

Gerade bei der Modernisierung oder Neueinrichtung eines Operationssaals lohnt sich ein genauer Blick auf diese Punkte. Denn Elektrochirurgie steht nicht für sich allein. Das Gerät muss mit der vorhandenen technischen Ausstattung, den Arbeitsabläufen des OP-Teams und der übrigen Medizintechnik zusammenpassen. Dieser Beitrag zeigt, welche Aspekte Kliniken bei der Auswahl berücksichtigen sollten und warum nicht allein die Anzahl der technischen Funktionen über die Eignung eines Systems entscheidet.

Elektrochirurgie ist im OP längst mehr als nur Schneiden und Koagulieren

Elektrochirurgiegeräte gehören in vielen Operationssälen zur technischen Grundausstattung. Sie werden eingesetzt, um Gewebe mithilfe von Hochfrequenzstrom zu schneiden, zu koagulieren oder unterschiedliche Gewebeeffekte gezielt miteinander zu kombinieren. Was im ersten Moment nach einer einzelnen Gerätefunktion klingt, ist in der Praxis jedoch ein technisch anspruchsvoller Bereich. Denn je nach Operationsverfahren, Gewebeart und verwendeter Elektrode können sich die Anforderungen an das System deutlich unterscheiden.

Für Kliniken bedeutet das: Bei der Anschaffung eines Elektrochirurgiegeräts sollte nicht allein die maximale Leistung oder die Anzahl der verfügbaren Funktionen betrachtet werden. Viel wichtiger ist die Frage, welche chirurgischen Anwendungen im jeweiligen OP tatsächlich durchgeführt werden. Ein Gerät für einen breit aufgestellten Zentral-OP muss möglicherweise andere Anforderungen erfüllen als ein System, das überwiegend für bestimmte Fachbereiche eingesetzt wird.

Grundsätzlich arbeitet die Elektrochirurgie mit hochfrequentem elektrischem Strom. Dieser wird über geeignete Instrumente beziehungsweise Elektroden in das Gewebe eingebracht. Je nach Betriebsart entsteht dabei eine kontrollierte thermische Wirkung. Beim Schneiden wird die Energie so eingesetzt, dass Gewebe durchtrennt werden kann. Bei der Koagulation steht dagegen die Blutstillung durch gezielte Erwärmung des Gewebes im Vordergrund.

Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Besonders bekannt sind die monopolare und die bipolare Elektrochirurgie. Bei der monopolaren Anwendung fließt der Strom von einer aktiven Elektrode durch den Patienten zu einer Rückelektrode. Bei der bipolaren Technik befinden sich beide Elektroden am Instrument, sodass der Strom zwischen diesen Elektroden durch das Gewebe fließt. Welche Technik sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Eingriff und von der verwendeten Instrumentierung ab.

Für die Auswahl eines Geräts ist deshalb zunächst eine Bestandsaufnahme sinnvoll. Welche Operationen werden durchgeführt? Welche Elektroden und Instrumente kommen bereits zum Einsatz? Soll das System hauptsächlich zum Schneiden und Koagulieren dienen oder werden spezielle Anwendungen benötigt? Und wie wichtig ist eine einfache Bedienung für wechselnde OP-Teams?

Diese Fragen bilden die Grundlage für eine technische Auswahl. Erst wenn der tatsächliche Einsatzbereich feststeht, lässt sich beurteilen, welche Funktionen eines Elektrochirurgiegeräts im klinischen Alltag wirklich benötigt werden. Elektrochirurgie sollte deshalb nicht isoliert als einzelnes Gerät betrachtet werden, sondern als Teil der gesamten technischen Ausstattung eines Operationsarbeitsplatzes.

Auch bei der Planung eines modernen OPs spielt die Einbindung solcher Geräte eine Rolle. Stromversorgung, Instrumentierung, Absaugung, Monitoring und weitere Systeme müssen räumlich und organisatorisch zusammenspielen. Gerade deshalb lohnt es sich, die Elektrochirurgie bereits bei der Planung des Arbeitsplatzes mitzudenken und nicht erst bei der späteren Gerätebeschaffung.

Welche Betriebsarten und Funktionen braucht ein modernes Gerät?

Ein Elektrochirurgiegerät sollte die Verfahren unterstützen, die im jeweiligen OP tatsächlich benötigt werden. Das klingt selbstverständlich, ist bei der Beschaffung aber ein wichtiger Punkt. Denn die Bezeichnung „Elektrochirurgiegerät“ beschreibt zunächst nur eine Gerätekategorie. Innerhalb dieser Kategorie können sich Bedienkonzept, Betriebsarten, Leistungssteuerung und unterstützte Instrumente erheblich unterscheiden.

Zu den grundlegenden Anwendungen gehören Schneiden und Koagulieren. Moderne Systeme können dabei unterschiedliche Modi bereitstellen, die auf verschiedene chirurgische Situationen abgestimmt sind. Für die Klinik ist weniger entscheidend, möglichst viele Betriebsarten zu besitzen, sondern die benötigten Funktionen zuverlässig und nachvollziehbar anwenden zu können. Gerade die Bedienung sollte deshalb bei einer Beschaffung nicht unterschätzt werden. Im Operationssaal muss ein Gerät auch unter Zeitdruck eindeutig bedienbar sein. Einstellungen sollten klar erkennbar sein und das Bedienkonzept sollte zu den Arbeitsabläufen des OP-Teams passen. Wenn unterschiedliche Chirurgen mit dem System arbeiten, ist eine verständliche Bedienoberfläche besonders relevant. Ein weiterer Punkt ist die Leistungssteuerung. Bei der Elektrochirurgie geht es nicht einfach darum, möglichst viel Energie abzugeben. Die Energie muss entsprechend der jeweiligen Anwendung kontrolliert eingesetzt werden. Deshalb sollten Kliniken prüfen, welche Regelungs- und Überwachungsfunktionen das gewünschte Gerät bietet und wie diese im praktischen Betrieb funktionieren.

Auch die Unterscheidung zwischen monopolaren und bipolaren Verfahren spielt bei der Auswahl eine zentrale Rolle. Beide Techniken haben unterschiedliche Einsatzbereiche und Anforderungen an Instrumente und Rückführung des Stroms. Ein Gerät sollte daher zu den chirurgischen Verfahren passen, die in der jeweiligen Einrichtung tatsächlich durchgeführt werden. Darüber hinaus sollte die Kompatibilität mit der vorhandenen Instrumentierung berücksichtigt werden. Ein Elektrochirurgiegerät ist nicht unabhängig von seinen Elektroden, Handstücken und Anschlusskomponenten zu betrachten. Vor der Anschaffung sollte deshalb geklärt werden, welche Instrumente bereits im Haus vorhanden sind und welche Komponenten mit dem vorgesehenen System verwendet werden können.

Das betrifft auch die Standardisierung innerhalb eines Krankenhauses. Wenn mehrere OP-Säle mit unterschiedlichen Geräten und Bedienkonzepten ausgestattet sind, kann dies die Einarbeitung erschweren. Bei einer Neuanschaffung kann es deshalb sinnvoll sein, vorhandene Systeme und die dort verwendeten Arbeitsweisen in die Entscheidung einzubeziehen. Ein weiterer Aspekt ist die Erweiterbarkeit. Chirurgische Verfahren verändern sich, und mit ihnen können sich auch die Anforderungen an die technische Ausstattung eines OPs verändern. Ein Gerät sollte daher nicht nur den aktuellen Bedarf abdecken. Gleichzeitig sollte eine Klinik aber vermeiden, Funktionen ausschließlich deshalb einzukaufen, weil sie technisch verfügbar sind.

Die sinnvollere Frage lautet: Welche Funktionen werden im klinischen Alltag tatsächlich gebraucht? Ein gut ausgewähltes Elektrochirurgiegerät ist nicht zwangsläufig das Gerät mit den meisten Funktionen. Es ist das System, dessen technische Möglichkeiten zum Anwendungsspektrum, zur Instrumentierung und zu den Arbeitsabläufen des jeweiligen OPs passen.

Sicherheit muss bei der Auswahl an erster Stelle stehen

Bei Elektrochirurgiegeräten ist Sicherheit kein zusätzlicher Ausstattungsaspekt, sondern ein zentraler Bestandteil der gesamten Geräteauswahl. Während einer Anwendung wird elektrische Energie gezielt eingesetzt, um eine thermische Wirkung am Gewebe zu erzeugen. Entsprechend wichtig sind ein kontrollierter Energiefluss, geeignete Instrumente und ein sicherer Umgang mit dem System.

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Geräten im OP besteht darin, dass die Funktion unmittelbar mit der Energieübertragung auf den Patienten verbunden ist. Deshalb müssen Kliniken bei der Beschaffung nicht nur die gewünschten Schneide- und Koagulationsmodi betrachten, sondern auch die vorhandenen Sicherheitsmechanismen und deren praktische Bedienung. Bei monopolaren Verfahren spielt beispielsweise die Rückelektrode eine wichtige Rolle. Der Stromkreis muss korrekt aufgebaut sein, damit die Energie kontrolliert durch das Gewebe geführt werden kann. Moderne Systeme können die Anwendung durch Überwachungs- und Kontrollfunktionen unterstützen. Welche konkreten Funktionen vorhanden sind, muss anhand der technischen Dokumentation des jeweiligen Geräts geprüft werden. Auch die Vermeidung unbeabsichtigter Energieabgabe gehört zum sicheren Umgang. Bedienkonzept, Fußschalter, Handbedienung und Anzeigeelemente sollten so gestaltet sein, dass das OP-Team die Aktivierung des Systems eindeutig nachvollziehen kann. Eine gute technische Ausstattung ersetzt dabei nicht die korrekte Anwendung. Geräte müssen entsprechend ihrer Gebrauchsanweisung eingesetzt und das Personal muss mit der jeweiligen Technik vertraut sein. Für Kliniken gehört deshalb auch die Einweisung zur Geräteauswahl. Ein System kann technisch umfangreich ausgestattet sein, bringt seinen praktischen Nutzen aber nur dann, wenn die Anwender die Funktionen sicher beherrschen. Bei mehreren OP-Teams sollte zudem berücksichtigt werden, wie die Einweisung und wiederkehrende Schulung organisiert werden kann.

Neben dem eigentlichen Elektrochirurgiegerät müssen auch die verwendeten Zubehörteile berücksichtigt werden. Elektroden, Handstücke, Kabel und weitere Komponenten sind Bestandteil des Gesamtsystems. Beschädigte oder ungeeignete Komponenten können die sichere Anwendung beeinträchtigen. Entsprechend wichtig sind klare Prozesse für Kontrolle, Aufbereitung beziehungsweise Entsorgung und Austausch der verwendeten Komponenten.

Auch die technische Dokumentation gehört zur Sicherheit. Vor einer Beschaffung sollte nachvollziehbar sein, für welche Anwendungen das Gerät vorgesehen ist, welche Zubehörteile verwendet werden können und welche Anforderungen an Installation und Betrieb bestehen. Konformitätsunterlagen und Herstellerangaben sollten dabei ebenso geprüft werden wie die Anforderungen der jeweiligen Klinik.

Elektrochirurgie ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum die Auswahl von Medizintechnik nicht allein anhand einer Produktbroschüre erfolgen sollte. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gerät, Instrumentierung, Anwendern, Raum und organisatorischen Abläufen.

Für den OP bedeutet das: Ein Elektrochirurgiegerät muss nicht nur technisch leistungsfähig sein. Es muss sich sicher in den klinischen Alltag integrieren lassen. Bedienbarkeit, Überwachung, passende Instrumente und eine klare Einweisung gehören deshalb genauso zur Entscheidung wie die eigentlichen Schneide- und Koagulationsfunktionen.

Bedienung und Ergonomie: Technik muss im OP funktionieren

Ein Elektrochirurgiegerät kann technisch noch so umfangreich ausgestattet sein – wenn das Bedienkonzept im OP nicht funktioniert, wird die Technik schnell zur zusätzlichen Belastung. Gerade im Operationssaal treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander. Chirurgische Teams arbeiten mit mehreren Geräten gleichzeitig, die Aufmerksamkeit ist auf den Eingriff konzentriert und Einstellungen müssen teilweise kurzfristig angepasst werden. Deshalb sollte die Bedienung eines Elektrochirurgiegeräts möglichst eindeutig aufgebaut sein. Anzeigen, Bedienelemente und Aktivierungsfunktionen müssen für die Anwender nachvollziehbar sein. Das betrifft sowohl die Bedienung direkt am Gerät als auch mögliche Fußschalter oder Handsteuerungen.

Ein weiterer Punkt ist die Anordnung im OP. Ein Elektrochirurgiegerät sollte so positioniert werden, dass die relevanten Bedienelemente gut erreichbar und die Anzeige gut ablesbar ist, ohne den eigentlichen Arbeitsbereich unnötig einzuschränken. Bei der Planung eines OP-Arbeitsplatzes kann deshalb auch die Position des Geräts eine Rolle spielen.

Hier zeigt sich die Verbindung zwischen einzelnen Medizintechnikprodukten besonders deutlich. Im modernen OP stehen OP-Tisch, Operationsleuchte, Deckenversorgung, Absaugung, Elektrochirurgie und Monitoring nicht unabhängig voneinander im Raum. Die Geräte müssen so angeordnet sein, dass sie gemeinsam einen funktionierenden Arbeitsplatz bilden. Deckenversorgungseinheiten können beispielsweise dazu beitragen, technische Anschlüsse vom Boden- und Wandbereich in den Deckenbereich zu verlagern. Inspital führt hierfür unterschiedliche FX40-Systeme, darunter einfache Gelenksysteme, Doppelgelenk-Ausführungen und motorisierte Varianten. Welche Konfiguration sinnvoll ist, hängt von der konkreten Arbeitsplatzplanung und den benötigten Anschlüssen ab. Für die Elektrochirurgie bedeutet das nicht, dass ein Gerät zwingend an eine bestimmte Deckenversorgung angeschlossen werden muss. Vielmehr sollte die gesamte technische Infrastruktur gemeinsam geplant werden. Kabel, Stromversorgung und die Position der Geräte sollten so organisiert sein, dass das OP-Team möglichst wenig durch unnötige Leitungen oder ungünstig positionierte Technik eingeschränkt wird.

Auch die Reinigung und tägliche Handhabung sollten berücksichtigt werden. Im OP müssen Oberflächen und Bedienelemente regelmäßig entsprechend den geltenden Hygienevorgaben gereinigt beziehungsweise desinfiziert werden. Bei der Auswahl sollte deshalb geprüft werden, wie das Gerät im vorgesehenen Aufbereitungs- und Reinigungskonzept der Einrichtung behandelt werden kann.

Ein weiterer praktischer Aspekt ist die Verständlichkeit bei wechselnden Anwendern. In einem größeren Krankenhaus arbeiten häufig verschiedene Teams mit derselben technischen Ausstattung. Ein nachvollziehbares Bedienkonzept kann deshalb die Einarbeitung erleichtern und dazu beitragen, dass Einstellungen nicht unnötig kompliziert werden.

Die Ergonomie eines Elektrochirurgiegeräts beschränkt sich somit nicht auf die Form des Gehäuses. Sie umfasst die Bedienlogik, die Positionierung im Raum, die Erreichbarkeit der Bedienelemente und die Integration in den gesamten Arbeitsplatz.

Bei einer Beschaffung sollten Kliniken deshalb nicht nur technische Daten vergleichen. Eine praktische Demonstration kann zeigen, ob das Bedienkonzept tatsächlich zum eigenen OP passt. Gerade bei Geräten, die während vieler Eingriffe eingesetzt werden, können solche Erfahrungen für die Entscheidung wesentlich aussagekräftiger sein als eine lange Liste zusätzlicher Funktionen.

Instrumente, Zubehör und Kompatibilität gehören zur Kaufentscheidung

Ein Elektrochirurgiegerät steht im OP selten allein. Seine praktische Nutzung hängt wesentlich von den verwendeten Elektroden, Handstücken, Kabeln und weiteren Zubehörkomponenten ab. Deshalb sollte die Auswahl eines Systems immer gemeinsam mit der Frage betrachtet werden, welche Instrumentierung in der Klinik verwendet werden soll. Für den Einkauf bedeutet das zunächst, den bestehenden Bedarf zu erfassen. Welche Instrumente werden im OP regelmäßig eingesetzt? Welche Verfahren werden durchgeführt? Werden monopolare und bipolare Anwendungen benötigt? Welche Komponenten sind bereits vorhanden und können weiterverwendet werden? Und welche Verbrauchsmaterialien fallen im späteren Betrieb an?

Gerade der letzte Punkt wird bei einer reinen Gerätebetrachtung leicht übersehen. Die Anschaffungskosten eines Elektrochirurgiegeräts bilden nur einen Teil der langfristigen Kosten. Zubehör und Verbrauchsmaterialien können über die gesamte Nutzungsdauer eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sollten Kliniken bei der Beschaffung nicht nur den Kaufpreis betrachten, sondern auch die laufenden Kosten und die Verfügbarkeit der benötigten Komponenten.

Auch die Standardisierung kann wirtschaftliche und organisatorische Vorteile haben. Wenn in mehreren OP-Sälen möglichst ähnliche Systeme und Zubehörkonzepte eingesetzt werden, kann dies die Einarbeitung vereinfachen und die Lagerhaltung übersichtlicher machen. Umgekehrt kann eine Spezialisierung sinnvoll sein, wenn bestimmte Fachbereiche besondere Anforderungen an die Elektrochirurgie stellen. Bei der technischen Bewertung sollte außerdem geprüft werden, ob die vorgesehenen Instrumente vom Hersteller für das jeweilige Gerät freigegeben beziehungsweise vorgesehen sind. Hier sollte nicht allein auf mechanische Anschlussmöglichkeiten vertraut werden. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers und die jeweilige Gebrauchsanweisung.

Ein weiterer Punkt ist die Qualität der Dokumentation. Kliniken sollten nachvollziehen können, welche Zubehörteile mit dem Gerät verwendet werden dürfen, welche Einstellungen für bestimmte Anwendungen vorgesehen sind und welche Anforderungen an die Nutzung bestehen. Eine klare Dokumentation erleichtert nicht nur die Anwendung, sondern auch die Beschaffung und interne Organisation.

Bei der Auswahl kann es deshalb sinnvoll sein, nicht nur das Gerät selbst vorführen zu lassen. Auch die dazugehörigen Instrumente und Zubehörkomponenten sollten im praktischen Einsatz betrachtet werden. So lässt sich besser beurteilen, wie gut das System mit den bestehenden Abläufen harmoniert. Für Inspital ist dieser ganzheitliche Blick auf den OP ebenfalls relevant. Das Produktprogramm umfasst neben OP-Tischen und Operationsleuchten auch Deckenversorgungseinheiten und chirurgische Absauggeräte. Dadurch lassen sich verschiedene technische Bereiche des Operationssaals bei der Planung gemeinsam betrachten. Das bedeutet nicht, dass alle Komponenten zwingend aus einer Produktfamilie stammen müssen. Entscheidend bleibt die technische Eignung für die jeweilige Klinik und den vorgesehenen Einsatz.

Gerade bei Elektrochirurgiegeräten sollte deshalb die Frage nach dem Zubehör möglichst früh gestellt werden. Ein Gerät kann auf dem Papier genau die gewünschten Funktionen besitzen. Wenn die benötigte Instrumentierung jedoch nicht sinnvoll verfügbar oder mit den bestehenden Abläufen kompatibel ist, verliert diese technische Ausstattung schnell an praktischer Bedeutung.

Fazit: Wie Kliniken Elektrochirurgiegeräte sinnvoll auswählen können

Die Auswahl eines Elektrochirurgiegeräts sollte am Ende nicht auf eine einzelne technische Kennzahl reduziert werden. Für den Klinikalltag zählt das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Einsatzgebiet, Betriebsarten, Sicherheit, Bedienung, Instrumentierung, Kompatibilität und langfristige Nutzbarkeit. Ein sinnvoller erster Schritt besteht deshalb darin, das tatsächliche Anwendungsspektrum des OPs zu dokumentieren. Welche chirurgischen Fachrichtungen arbeiten mit dem Gerät? Welche Verfahren werden besonders häufig durchgeführt? Welche monopolaren und bipolaren Anwendungen werden benötigt? Welche Instrumente sind bereits vorhanden? Erst aus dieser Bestandsaufnahme ergibt sich ein konkretes Anforderungsprofil.

Danach sollten die technischen Eigenschaften verschiedener Systeme miteinander verglichen werden. Dazu gehören die verfügbaren Schneide- und Koagulationsmodi ebenso wie Leistungssteuerung, Überwachungsfunktionen und Bedienkonzept. Dabei sollte die Klinik nicht automatisch das technisch umfangreichste System auswählen. Zusätzliche Funktionen sind nur dann sinnvoll, wenn sie im vorgesehenen Einsatz tatsächlich benötigt werden.

Ein wichtiger Teil der Bewertung ist außerdem die praktische Erprobung. Ein Elektrochirurgiegerät sollte nach Möglichkeit nicht nur anhand von Datenblättern beurteilt werden. Anwender aus dem OP können bei einer Demonstration feststellen, wie verständlich die Bedienung ist, wie gut sich Einstellungen erkennen lassen und ob die Handhabung zum bestehenden Arbeitsablauf passt. Auch die Einbindung in den OP sollte berücksichtigt werden. Wo wird das Gerät aufgestellt? Wie werden Kabel geführt? Welche weiteren Geräte befinden sich am Arbeitsplatz? Wie wird die Stromversorgung organisiert? Und lässt sich die technische Ausstattung so anordnen, dass der sterile Arbeitsbereich möglichst wenig beeinträchtigt wird?

Gerade bei einer umfassenden OP-Modernisierung lohnt es sich, diese Fragen gemeinsam mit der übrigen Medizintechnik zu betrachten. Inspital bietet beispielsweise neben OP-Tischen und OP-Leuchten auch Deckenversorgungseinheiten und chirurgische Absauggeräte an. Bei der Planung eines OPs können diese Komponenten deshalb als Teile eines gemeinsamen technischen Arbeitsplatzes betrachtet werden.

Ebenso wichtig ist die langfristige Perspektive. Ein Elektrochirurgiegerät wird nicht nur am Tag der Lieferung genutzt. Kliniken sollten deshalb prüfen, wie Zubehör beschafft wird, wie Dokumentation und Einweisung organisiert werden und welche Anforderungen für Wartung und technische Überprüfung bestehen. Die jeweiligen Herstellerangaben und die Vorgaben der Klinik sind dabei maßgeblich.

Am Ende sollte die Entscheidung auf einem klar definierten Anforderungsprofil beruhen. Ein Elektrochirurgiegerät muss zu den Eingriffen passen, die im OP durchgeführt werden, und sich sicher und verständlich in die vorhandenen Abläufe integrieren lassen. Dabei sind sowohl die eigentlichen Gerätefunktionen als auch die Instrumentierung und die technische Umgebung entscheidend.

Elektrochirurgie ist damit kein isoliertes Thema innerhalb der OP-Ausstattung. Sie ist Bestandteil eines komplexen technischen Arbeitsplatzes, an dem viele Systeme gleichzeitig funktionieren müssen. Wer bei der Beschaffung nicht nur auf einzelne Funktionen, sondern auf das gesamte Anwendungsszenario schaut, schafft eine bessere Grundlage für eine langfristig passende Entscheidung. Für Kliniken bedeutet das vor allem eines: Die richtige Auswahl beginnt nicht mit der Frage, welches Gerät die meisten Funktionen besitzt. Sie beginnt mit der Frage, was der eigene OP tatsächlich benötigt. Aus diesem Bedarf lassen sich die technischen Anforderungen ableiten – und erst danach sollte die konkrete Geräteauswahl erfolgen.

Aktuelle News

Academy

Hier dreht sich alles um Wissen und Weiterbildung.

News & Presse

Hier finden Sie aktuelle News zu Messen, Kongressen, PR und weiteren relevanten Themen.