Wartung und Instandhaltung von Medizingeräten: Tipps für Klinikpersonal

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Medizingeräte sind das Rückgrat eines jeden Krankenhauses oder einer Klinik. Ihre einwandfreie Funktion ist entscheidend für die Patientensicherheit und die Effizienz medizinischer Abläufe. Doch damit diese Geräte jederzeit zuverlässig arbeiten, ist eine systematische Wartung und Instandhaltung unerlässlich. In diesem Beitrag geben wir Ihnen praktische Tipps, wie Sie Ihre Medizingeräte optimal betreuen und dabei die gesetzlichen Anforderungen sowie den Klinikalltag im Blick behalten.

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Warum ist die Wartung von Medizingeräten so wichtig?

Medizingeräte bilden das Rückgrat jeder Klinik, jedes Krankenhauses und vieler Praxen. Sie ermöglichen präzise Diagnosen, lebensrettende Behandlungen und einen effizienten Ablauf im Klinikalltag. Ihre einwandfreie Funktion ist daher entscheidend, nicht nur für die Patientensicherheit, sondern auch für die wirtschaftliche und organisatorische Effizienz der Einrichtung. Schon kleine Störungen oder Fehlfunktionen können weitreichende Folgen haben – von Verzögerungen bei der Behandlung über ungenaue Diagnosen bis hin zu kostspieligen Notfallreparaturen.

Damit Geräte jederzeit zuverlässig funktionieren, ist eine systematische Wartung und Instandhaltung unerlässlich. Durch sorgfältige Pflege lassen sich nicht nur Ausfallzeiten reduzieren, sondern auch die Lebensdauer der Geräte deutlich verlängern. Dies gilt insbesondere für kritische Medizingeräte wie Deckenversorgungseinheiten, Operationstische oder Absaugsysteme für Sekrete, die direkt am Patienten eingesetzt werden. Hier kann eine frühzeitige Erkennung von kleinen Problemen größere Notfälle verhindern und den reibungslosen Ablauf im Klinikalltag sichern.

Regelmäßige Wartung medizinischer Geräte ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern ein entscheidender Faktor für die Patientensicherheit. Defekte oder schlecht gewartete Geräte können gravierende Konsequenzen haben, sowohl für Patienten als auch für das Klinikpersonal. Ein Ausfall eines wichtigen Gerätes kann nicht nur die Diagnose verzögern oder die Behandlung beeinträchtigen, sondern auch rechtliche Risiken mit sich bringen. Kliniken, die Wartung vernachlässigen, sehen sich oft hohen Kosten für Notfallreparaturen oder Ersatzgeräte gegenüber.

Die Grundlagen von Medizingerätewartung?

1. Erstellung eines Wartungsplans

Ein effektiver Wartungsprozess beginnt mit einer genauen Bestandsaufnahme aller Geräte in der Einrichtung. Dabei sollten nicht nur Gerätetyp, Hersteller und Modell erfasst werden, sondern auch Seriennummer, letzte Wartungsintervalle, fällige Prüfungen und der zuständige Ansprechpartner. Digitale Wartungsmanagement-Systeme bieten hier große Vorteile. Sie ermöglichen es, Wartungsprotokolle automatisch zu speichern, fällige Inspektionen rechtzeitig zu erinnern und Ausfallstatistiken auszuwerten. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Qualitätsstandards sicherstellen.

Dabei sollten folgende Informationen erfasst werden:

  • Gerätetyp und Seriennummer
  • Hersteller- und Wartungsvorgaben
  • Letzte Wartung und nächste fällige Inspektion
  • Verantwortliches Personal oder Wartungsdienstleister

2. Regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfungen

Neben der Dokumentation ist die regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfung entscheidend. Nicht jede Wartung erfordert einen Techniker. Klinikpersonal kann bereits durch einfache Kontrollen Auffälligkeiten erkennen. Dazu gehören beschädigte Kabel, abgenutzte Teile, ungewöhnliche Geräusche oder Fehlermeldungen auf dem Display. Solche Beobachtungen sollten sofort gemeldet werden, damit größere Ausfälle verhindert werden. In vielen Kliniken hat sich gezeigt, dass ein kurzer täglicher Check von nur wenigen Minuten pro Gerät langfristig erhebliche Probleme vermeiden kann.

Als kurzes Beispiel: 

  • Beschädigte Kabel oder Stecker
  • Abnutzungserscheinungen an beweglichen Teilen
  • Ungewöhnliche Geräusche oder Fehlermeldungen

Durch eine frühe Meldung solcher Mängel werden größere Ausfälle verhindert.

3. Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ist ein weiterer wichtiger Aspekt. In Deutschland schreibt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) vor, dass medizinische Geräte regelmäßig sicherheitstechnisch und messtechnisch geprüft werden müssen. Zudem müssen alle Wartungsmaßnahmen dokumentiert werden, um Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Die Einhaltung dieser Vorschriften schützt nicht nur Patienten, sondern auch die Einrichtung selbst vor rechtlichen Konsequenzen und haftungsrechtlichen Problemen.

Diese sieht unter anderem vor: 

  • Regelmäßige sicherheitstechnische Kontrolle (STK) 
  • Messtechnische Kontrollen (MTK)
  • Dokumentationspflichten zur Nachverfolgung

Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur Pflicht, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. 

Praktische Tipps für Klinikpersonal

Regelmäßige Schulungen des Personals sind entscheidend, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Gerätepflege zu stärken. Mitarbeiter sollten nicht nur wissen, wie sie Geräte bedienen, sondern auch, wie sie frühzeitig mögliche Probleme erkennen und melden können. Dabei geht es nicht nur um die tägliche Kontrolle der Geräte, sondern auch um den richtigen Umgang mit Wartungssoftware, Checklisten und Notfallprotokollen.

Eine klare interne Kommunikation ist dabei genauso wichtig wie die Schulung selbst. Meldesysteme, sei es digital oder analog, beschleunigen die Weitergabe von Informationen und sorgen dafür, dass Techniker oder externe Dienstleister schnell reagieren können. Zusätzlich sollte stets ein Vorrat an wichtigen Ersatzteilen wie Kabeln, Sicherungen oder Batterien vorhanden sein. Auf diese Weise können kleinere Reparaturen sofort durchgeführt werden, ohne lange auf externe Lieferungen warten zu müssen.

Darüber hinaus zahlt sich eine durchdachte Organisation der Lagerung und Handhabung der Geräte aus. Staubfreie, trockene Lagerung, Schutz vor Feuchtigkeit und Stößen sowie ein sachgemäßer Umgang durch das Personal tragen maßgeblich dazu bei, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und Funktionsstörungen zu vermeiden.

Erweiterte Strategien für langlebige Medizingeräte

Viele Hersteller bieten Service- und Wartungsverträge an, die regelmäßige Inspektionen, Reparaturen und Software-Updates abdecken. Kliniken, die solche Verträge nutzen, profitieren von fachgerechter Wartung nach Herstellerstandards und einer spürbaren Entlastung des Personals. Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung der Wartung eine noch effektivere Überwachung der Geräte. Digitale Protokolle, automatische Erinnerungen und Auswertungen helfen, fehleranfällige Geräte frühzeitig zu erkennen und gezielt Maßnahmen einzuleiten.

Neben diesen technischen und organisatorischen Maßnahmen spielt auch die Schulung des Personals eine zentrale Rolle. Nur Mitarbeiter, die die Bedeutung der Wartung verstehen und die Geräte korrekt handhaben, können sicherstellen, dass Probleme frühzeitig erkannt werden und der Klinikbetrieb reibungslos läuft.

Fazit: Proaktive Wartung zahlt sich aus

Eine konsequente Wartung und Instandhaltung von Medizingeräten ist ein zentraler Baustein für den reibungslosen Klinikbetrieb und die Sicherheit der Patienten. Mit einem strukturierten Wartungsplan, geschultem Personal, klaren Meldewegen und digitalen Protokollen lassen sich teure Ausfälle vermeiden und die Lebensdauer der Geräte erheblich verlängern.

Eine Investition in die Wartung lohnt sich daher gleich mehrfach: Sie schützt Patienten, entlastet das Personal, spart langfristig Kosten und sorgt dafür, dass die Klinik jederzeit effizient arbeiten kann. Kliniken, die proaktiv in die Pflege und Überwachung ihrer Medizingeräte investieren, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil und erhöhen gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung.

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