Patientenwärmesysteme: Warum Temperaturmanagement während der OP so wichtig ist

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Während einer Operation steht die Präzision des medizinischen Teams im Mittelpunkt – doch ein oft unterschätzter Faktor für den OP-Erfolg ist die Körpertemperatur des Patienten. Studien zeigen, dass selbst eine leichte Unterkühlung während eines chirurgischen Eingriffs das Komplikationsrisiko erhöht, die Heilung verlangsamt und die Infektionsgefahr steigert. Um das zu verhindern, setzen moderne Kliniken auf Patientenwärmesysteme. Doch warum ist das Temperaturmanagement im OP so wichtig und welche Lösungen gibt es?

Inhalte

Warum sinkt die Körpertemperatur während einer OP?

Während eines chirurgischen Eingriffs kann es schnell zu einer Unterkühlung (Hyperthermie) kommen, bei der die Körpertemperatur des Patienten unter 36 Grad fällt. Das geschieht aus mehreren Gründen:

a Anästhesie senkt die Körpertemperatur:

Vollnarkosen beeinträchtigen die Wärmeregulation des Körpers. Normalerweise sorgt das zentrale Nervensystem dafür, dass der Körper Wärme produziert und hält -  unter Anästhesie wird diese Fähigkeit jedoch gehemmt.

b Chirurgische Umgebung ist kühl:

OP-Säle sind oft auf 18-22 Grad klimatisiert, um optimale Bedingungen für das medizinische Team zu schaffen. Für den Patienten bedeutet das jedoch einen schnelleren Wärmeverlust, besonders wenn er längere Zeit unbedeckt auf dem OP-Tisch liegt.

c Körperöffnungen verstärken den Wärmeverlust:

Offene Körperhöhlen während einer Operation fördern die Wärmeabgabe an die Umgebung. Große OP-Felder oder lange Eingriffe verstärken diesen Effekt.

d Flüssigkeitszufuhr kann kühlen:

Infusionen oder Spüllösungen, die während der OP verabreicht werden, sind oft kühler als die Körpertemperatur und können zur Hypothermie beitragen. 

Ohne Gegenmaßnahmen kann es innerhalb einer Stunde zu einer kritischen Unterkühlung kommen - mit weitreichenden Konsequenzen für die Patientensicherheit.

 

Folgen einer Hypothermie im OP

Eine unzureichende Wärmeregulierung kann schwerwiegende Auswirkungen auf den Patienten haben:

a Erhöhtes Infektionsrisiko:

Kalte Patienten haben eine schwächere Immunantwort, wodurch sich das Risiko für Wundinfektionen und Komplikationen erhöht.

b Verlängerte Wundheilung:

Durch Unterkühlung verlangsamt sich die Durchblutung der Haut und des Gewebes – das kann die Heilung verzögern und zu schlechteren OP-Ergebnissen führen.

c Blutungsgefahr steigt:

Bei kühleren Temperaturen gerinnt das Blut langsamer, was zu verstärkten Blutungen und höherem Transfusionsbedarf führen kann.

d Längere Aufwachphase nach der OP:

Hypotherme Patienten brauchen oft mehr Zeit, um aus der Narkose zu erwachen, was die Verweildauer im Aufwachraum verlängert und den Klinikablauf beeinträchtigt.

Um all diese Risiken zu vermeiden, setzen moderne Krankenhäuser auf spezielle Patientenwärmesysteme, die den Wärmeverlust verhindern oder ausgleichen.

 

Lösungen für ein effektives Temperaturmanagement im OP

Um Patienten optimal vor Unterkühlung zu schützen, stehen verschiedene aktive und passive Wärmeverfahren zur Verfügung. Inspital bietet ein breites Portfolio an modernen Patientenwärmesystemen, die individuell auf die Bedürfnisse in OP-Sälen angepasst sind.

  1. Warmluft-Wärmesysteme: Diese Geräte blasen warme Luft in spezielle Wärmedecken oder -matten, die den Patienten sanft umhüllen. Sie sind besonders effizient, da sie die Körperoberfläche gleichmäßig erwärmen. Ideal für lange Operationen, große OP-Felder und schwer unterkühlte Patienten.
  2. Wärmegelmatten und -auflagen: Diese speziellen Matten werden auf den OP-Tisch gelegt und geben über eine kontrollierte Heiztechnologie konstante Wärme an den Körper ab. Ideal für kürzere Eingriffe und OPs mit eingeschränktem Zugang zur Körperoberfläche.
  3. Flüssigkeitswärmer für Infusionen und Spüllösungen: Da Infusionslösungen oft deutlich unter Körpertemperatur liegen, helfen Infusionswärmer, Flüssigkeiten auf eine physiologische Temperatur zu bringen. Ideal für alle OPs mit hohem Flüssigkeitsbedarf.
  4. Vorgewärmte Decken und Textilien: Neben aktiven Wärmequellen können vorgewärmte OP-Decken helfen, die Körpertemperatur vor und nach der Operation stabil zu halten. Ideal für kürzere OPs und Prävention von postoperativer Unterkühlung. 

Diese Technologien ermöglichen es, die Körpertemperatur der Patienten gezielt zu steuern und das Risiko von Unterkühlungskomplikationen erheblich zu reduzieren.

 

Fazit: Temperaturmanagement als essenzieller Bestandteil jeder OP

Das Temperaturmanagement im OP ist kein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Moderne Patientenwärmesysteme verhindern nicht nur Komplikationen, sondern tragen auch zu einer schnelleren Genesung der Patienten bei.

💡 Warum Patientenwärmesysteme unverzichtbar sind:
✅ Reduzieren das Risiko von Infektionen und Wundheilungsstörungen
✅ Minimieren Blutverluste und senken den Transfusionsbedarf
✅ Verkürzen die Aufwachzeiten und verbessern den Klinikablauf
✅ Steigern den Patientenkomfort und das OP-Ergebnis

Mit fortschrittlichen Patientenwärmesystemen können Kliniken eine optimale Temperaturkontrolle gewährleisten und damit nicht nur Leben retten, sondern auch die Behandlungsqualität verbessern. 

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